Seven Card Stud Strategie

 

Seven Card Stud ist eine der Pokervarianten, die schon am längsten gespielt werden. Vor dem großen Onlinepoker-Boom und dem durchschlagenden Erfolg von Texas Hold'em, war Seven Card Stud das beliebteste Spiel in Amerika – sowohl in den Casinos als auch bei den Home-Games der Nation.

Doch durch den Erfolg von Onlinepoker und speziell Texas Hold'em, wurde Seven Card Stud auf der Beliebtheitsskala auf den dritten Platz hinter Texas Hold'em und Omaha verdrängt. Dennoch ist das traditionelle Seven Card Stud besonders im Osten der USA immer noch eine sehr gern und oft gespielte Variante.

Viele alte Hasen und Pokerexperten sind zudem der Meinung, dass Seven Card Stud durch seine Komplexität und die höheren Anforderungen an Konzentration und das theoretische Wissen das einzig wahre Spiel ist.

Seven Card Stud wird mit 2-8 Spielern gespielt und ist ein so genanntes „Stud-Spiel“, d.h. dass die Spieler all ihre Karten direkt vor sich liegen haben. Es gibt sowohl Hole-Cards, die verdeckt liegen, als auch normale Karten, die offen liegen.

Beim Seven Card Stud bekommt jeder Spieler zunächst drei Karten – zwei Holecards und die dritte Karte, die „Third Street“ genannt mit dem Gesicht nach oben. Während dem Verlauf einer Hand bekommt ein Spieler dann nacheinander drei weitere offene Karten ausgeteilt und die siebte und letzte Karte erneut verdeckt als Holecard.
Bevor man allerdings neue Karten zu sehen bekommt, gibt es jeweils eine Setzrunde. Die erste findet statt bevor man die ersten Karten gesehen hat und insgesamt gibt es fünf Setzrunden.

Das Ziel beim Seven Card Stud ist natürlich wie bei fast allen anderen Pokervarianten auch, aus den drei Holecards und den vier offenen Karten die bestmögliche Kombination aus fünf Karten zu bilden.

Andere beliebte Stud-Spiele sind übrigens Five Card Stud und Razz.


1. Die ersten drei Karten ("Third Street")
2. Die vierte Karte ("Fourth Street")
3. Die letzten drei Karten ("Fifth, Sixth & Seventh Street")

 

1. Die ersten drei Karten ("Third Street")

Ein Spiel beginnt damit, dass jeder Spieler die „Ante“ zahlen muss. Dieser Zwangseinsatz ist mit 10%-25% des Minimumeinsatzes relativ klein, garantiert aber, dass es zu jeder Zeit einen Pot gibt, um den es sich zu spielen lohnt.
Da Seven Card Stud fast ausschließlich in der  Fixed Limit Version gespielt wird, werden die Tische auch nach den erlaubten Minimum- und Maximumeinsätzen benannt. An einem Tisch mit dem Namen „7 Stud €1/€2“ ist die so genannte minimum oder small Bet €1, die maximum oder big Bet €2 und die Ante liegt zwischen €0.10 und €0.25.

Nachdem die Ante von jedem Spieler gesetzt wurde, bekommt jeder Spieler die ersten drei Karten ausgeteilt. Die ersten zwei Karten als Hole-Cards und die dritte Karte, auch „Third Street“ oder „Door card“ genannt, offen für alle sichtbar.

Anders als bei Texas Hold'em oder Omaha entscheidet bei Seven Card Stud allerdings kein Dealerbutton darüber, wer das Spiel beginnt.

Die erste Setzrunde wird von demjenigen Spieler eröffnet, der die niedrigste offene Karte vor sich liegen hat.

Um die niedrigste Karte zu finden, vergleicht man zunächst die Werte miteinander. Wenn es eine eindeutig niedrigste Karte gibt, so startet dieser Spieler die erste Setzrunde. Wenn aber zwei oder mehr Spieler eine niedrige Karte mit dem gleichen Wert haben, entscheidet die Farbe darüber, wer beginnt. Halten beispielsweise zwei Spieler eine 2, eröffnet der Spieler mit der niedrigeren Farbe. Die Reihenfolge der Farben ist wie folgt – von der höchsten zur niedrigsten: Pik, Herz, Karo, Kreuz. Die Kreuz 2 ist damit die niedrigste Karte im Deck.

Nachdem die niedrigste Karte gefunden wurde, hat der Besitzer der Karte nur zwei Optionen um die erste Setzrunde zu eröffnen: Den so genannten Bring-In oder eine Bet.

Der Bring-In ist der kleinstmögliche Einsatz, der auch nur in der ersten Runde getätigt werden kann. Meistens ist der Bring-In die doppelte Ante.

Die Bet ist der Mindesteinsatz am Tisch. An einem „7 Stud € 1/€ 2“ Tisch aus unserem Beispiel wäre dies € 1. Wichtig ist, dass der Spieler mit der niedrigsten Karte nicht folden kann, sondern mindestens den Bring-In zahlen muss.

Nachdem also der erste Spieler den Bring-In gezahlt oder gesetzt hat, geht es im Uhrzeigersinn weiter. Jeder der Spieler hat jetzt folgende Optionen:

Fold:
Folden bedeutet, seine Hand wegzuwerfen und an dieser Runde nicht mehr aktiv teilzunehmen.
 
Call:
Callen heißt, dass man den Betrag der vor einem gesetzt wurde bezahlt und mitgeht.
 
Complete:
Completen bedeutet, den Bring-In auf die Minimumbet zu erhöhen. Dies kann natürlich nur dann geschehen, wenn vorher nur der Bring-In gezahlt oder gecallt wurde.

Raise:
Raisen, also erhöhen, kann man in der ersten Setzrunde nur, wenn vorher jemand den Mindesteinsatz gezahlt hat. Wurde vorher nur der Bring-In bezahlt so kann man nicht raisen, sondern nur completen.

Reraise:
Wenn ein Spieler vor dir bereits geraist hat, kannst du ihn reraisen.
Da Seven Card Stud fast ausschließlich in der Fixed Limit Variante gespielt wird, kann man auch nur um die fest gelegten Small und Big Bets erhöhen. In unserem Beispiel hieße das, dass ein erster Raise auf € 2 und ein Reraise auf € 3 passieren muss.

In den ersten beiden Setzrunden kann man beim Seven Card Stud nur den Mindesteinsatz (Small Bet) setzen. In den letzten drei Runden setzt man stets den Maximumeinsatz (Big Bet).
Die erste Setzrunde geht solange, bis jeder der Spieler entweder den gleichen Betrag gecallt oder seine Hand gefoldet hat.

Sollte nur ein Spieler übrig bleiben – d.h. alle anderen haben gefoldet – ist die Hand vorbei und der übrig gebliebene Spieler gewinnt den Pot.

Hier nun ein Beispiel zu einer möglichen ersten Setzrunde:

Es gibt fünf Spieler, die Ante beträgt € 0.25 und Spieler 1 eröffnet die Runde.

Spieler 1: Bring-in (€ 0.50)

Spieler 2: Call (€ 0.50)

Spieler 3: Complete (€ 1)

Spieler 4: Fold

Spieler 5: Raise (€ 2)

Spieler 1: Call (€ 1.50 mehr)

Spieler 2: Fold

Spieler 3: Call (€ 1 mehr)

Drei Spieler (Spieler 1, Spieler 3 und Spieler 5) sind nach der ersten Setzrunde weiterhin in der Hand und haben jeweils den gleichen Betrag zum Pot beigetragen – jeder € 2 plus € 0.25 Ante.
Wenn mehr als ein Spieler in der Hand bleiben ist es Zeit für die vierte Karte, die „Fourth Street“.


2. Die vierte Karte ("Fourth Street")

Den aktiven Spielern wird nun die vierte Karte offen ausgeteilt, die sie zu den anderen vor sich legen. Diese Karte wird auch „Fourth Street“ genannt und wenn alle ihre vierte Karte erhalten haben, geht es weiter mit der nächsten Setzrunde.

Doch anders als noch in der ersten Runde entscheidet diesmal nicht die niedrigste Karte darüber, wer die Runde beginnt, sondern die höchste Kombination der offenen Karten. Sprich: Hat ein Spieler ein Paar offen vor sich liegen, so beginnt er. Wenn mehrere Spieler ein Paar haben, fängt derjenige mit dem höheren Paar an. Sollten zwei Spieler das gleiche Paar halten, wird wieder einmal nach Farben entschieden, wobei jetzt Pik Vorfahrt hat.
Hat niemand ein Paar, fängt der Spieler mit der höchsten Karte an – wenn nötig entscheidet auch hier wieder die Farbe.

Hier nun die Möglichkeiten, die ein Spieler in dieser und den verbleibenden Setzrunden hat:

Fold:
Du schmeißt deine Hand weg.

Check:
Wenn in der aktuellen Runde noch nicht gesetzt wurde, kannst du checken. Checken bedeutet schieben oder € 0 setzen.

Bet:
Wenn du setzen möchtest, musst du auch Chips in den Pot legen. Alle anderen Spieler müssen nun diesen Betrag bezahlen, wenn sie weiterhin im Spiel bleiben wollen.

Call:
Um im Spiel zu bleiben musst du eine Bet die jemand vor dir getätigt hat bezahlen, wenn du am Zug bist.

Raise:
Mit einem Raise erhöhst du den Einsatz. Die folgenden Spieler müssen nun diese Erhöhung callen, folden oder können dich reraisen. Da es sich hier um Fixed Limit handelt, kannst du nur um den Mindesteinsatz erhöhen.

Reraise:
Beim Reraise erhöhst du noch einmal, nachdem vor dir schon erhöht wurde. Wenn du reraisen möchtest, musst du eine Minimumbet mehr in den Pot legen als der vorige Raiser.


Eine Besonderheit gibt es in dieser zweiten Setzrunde: Der Spieler, der die Runde eröffnet, darf einen Einsatz bringen, der doppelt so hoch ist wie die eigentlich erlaubte Minimumbet. Aber auch nur dann, wenn unter seinen offen liegenden Karten ein Paar dabei ist.

Wenn er dies tut, werden alle Bets und Raises in dieser Runde automatisch auf das Niveau der Big Bet angehoben. In unserem Beispiel also € 2 statt € 1.

Die zweite Setzrunde geht solange, bis jeder der Spieler entweder den gleichen Betrag gecallt oder seine Hand gefoldet hat.

Sollte nur ein Spieler übrig bleiben – d.h. alle anderen haben gefoldet – ist die Hand vorbei und der übrig gebliebene Spieler gewinnt den Pot.

Wenn mehr als ein Spieler in der Hand bleiben ist es Zeit für die fünfte Karte, auch „Fifth Street“ genannt.

 

3. Die letzten drei Karten ("Fifth, Sixth & Seventh street")

Den verbliebenen aktiven Spielern wird nun die fünfte Karte offen ausgeteilt, die sie zu den anderen vor sich legen. Diese Karte wird auch „Fifth Street“ genannt und wenn alle ihre fünfte Karte erhalten haben, geht es weiter mit der nächsten Setzrunde.

Bets und Raises müssen ab dieser Runde bis zum Ende der Hand den Wert der Big Bet – in unserem Fall € 2 – betragen.

Sollten nach dieser Runde immer noch Spieler übrig sein, geht es weiter mit der sechsten Karte („Sixth Street“). Dies ist die letzte, die die Spieler offen erhalten.

Nach einer weiteren Setzrunde, gibt es – vorausgesetzt es sind noch Spieler dabei – die siebte und letzte Karte als Holecard, also verdeckt ausgeteilt. Sie wird auch „Seventh Street“ oder „The River“ wie bei Texas Hold'em genannt.

Nachdem nun alle Karten ausgeteilt wurden, findet noch eine letzte Setzrunde statt. Wenn nach dieser zwei oder mehr Spieler übrig bleiben, kommt es zum Showdown bei dem die Spieler ihre Hole-Cards aufdecken. Gewinner ist, wer die beste Fünf-Karten-Kombination bilden konnte.

Dabei spielt es beim Seven Card Stud keine Rolle, ob man alle drei, nur zwei oder eine Hole-Card verwendet.

Nachdem die Hand beendet und der Pot ordnungsgemäß dem Gewinner zugestellt wurde, beginnt mit dem Zahlen der Antes und dem Austeilen der ersten drei Karten eine neue Hand.

 

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