Analyse: Die Positionen

 

Überall liest man, dass man in so ziemlich allen Poker-Varianten darauf achten muss als letzter agieren zu dürfen. Dann habe man Position auf die anderen Spielern und ist im Vorteil. Der Vorteil begründet sich dadurch, dass man sieht was die Gegner vor einem machen und man daher neue Informationen erhält.
Doch das ist noch nicht alles. In Wirklichkeit kann es manchmal ein Vorteil sein zu erst zu agieren und manchmal ist die Position im Grunde völlig egal.

Es ist zunächst einmal Fakt, dass man mehr Informationen hat wenn man in Position ist. Je mehr Informationen man hat, desto fundierter kann man eine Entscheidung treffen. Und das ist sicherlich ein Vorteil wenn man seine Chips in die Tischmitte bewegen soll.
Doch dieser Vorteil kann sehr unterschiedlich ausfallen. Bei manchen Poker-Varianten ist der Positionsvorteil groß, bei anderen eher klein. Genauso hängt der tatsächliche Vorteil vom Limit ab. Es ist also ein Unterschied ob man Limit, Pot-Limit oder No-Limit spielt.

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Wenn man in Position sitzt, hat man in den allermeisten Fällen wirklich einen Vorteil. Zum Beispiel wenn du in No-Limit Hold'em ein Middle Pair am Flop triffst und Position auf alle Spieler hast. Vor dir bettet ein Spieler und ein anderer raist. Deine Entscheidung könnte jetzt nicht einfacher sein. Bist du hingegen im Small Blind und out of Position, wirst du wahrscheinlich wetten und geraist werden, so dass du folden musst. Du hast also Chips verbraten, die du dir hättest gespart können, wenn du in Position gewesen wärst. In dieser Situation also ein klarer Vorteil Position zu haben.
 
Ein weiteres klassisches Beispiel für ein erfolgreiches Spiel dank der Position ist folgendes: Ein Poker-Spieler erhöht viel vor dem Flop und wettet auf dem Flop. Wenn er den Flop jedoch nicht getroffen hat, gibt er meist am Turn auf. Dieser Spieler raist nun vor dem Flop, alle folden und du bist am Button mit einer mittelmäßigen Hand. Du callst und ihr seht Heads-Up einen Flop, der dir nichts einbringt. Nun macht der Raiser eine Continuation Bet und du callst. Am Turn checkt er und du kannst mit einer einfachen Bet den großen Pot stehlen. Das wäre ein gutes Beispiel für einen sogenannten „Float“: du callst mit einer schwachen Hand um später den Pot zu stehlen.

Spielt man hingegen out of Position muss man damit leben weniger Informationen zur Verfügung zu haben. Wie wir eben gesehen haben, kann durch das Spiel out of Position ein großer Nachteil entstehen. Doch das ist nicht zwangsläufig der Fall.
Denn der sogenannte First-Mover Vorteil beschreibt, dass derjenige einen Vorteil hat, der denn Pot als erster für sich beansprucht. Machst du also einen Einsatz als erster, bist du auch der Favorit die Hand zu gewinnen.
Außerdem hast du noch die Möglichkeit für ein Check-Raise. Spielst du gegen einen aggressiven Gegner, der häufig Continuation Bets macht und du triffst den Flop perfekt. Kannst du gemütlich checken und auf seinen Einsatz warten um dann einen Raise anzusetzen.
Mit dieser Methode gewinnst du einen weiteren Einsatz, was gerade in Limit Partien entscheidend ist.

Man kann also nicht einfach sagen, dass man einen Vorteil hat wenn man in Position spielt. In vielen Situationen ist es definitiv besser in Position zu sitzen, während es auch Situationen gibt in denen man lieber als erster agiert.

 

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