Es gibt immer mehr Spieler, denen der Unterschied zwischen Cash Games und Turnieren bewusst wird. Sehr viele Poker-Spieler versuchen einfach ihr gewohntes Spiel durchzuziehen und achten dabei wenn überhaupt sekundär darauf, ob sie in einem Turnier oder an einem Cash Game Tisch sitzen. Eine mögliche Erklärung für diese fehlende Anpassung könnte sein, dass der Unterschied zunächst nur marginal erscheint. Allerdings ist es sehr wichtig sich den Unterschieden bewusst zu machen um wirklich erfolgreich bei beiden Varianten sein zu können.
Zunächst einmal bleiben wir bei den offensichtlichen Unterschiede. In einem Turnier kaufst du dich für einen gewissen Betrag - das Buy-In - ein. Dafür erhältst du eine Ladung Chips. Ein 10er Chip in einem Turnier hat nicht den Wert von 10 Euro. Es können 100 Euro oder 0,01 Euro sein. Das hängt vom Verhältnis Buy-In und Startstack ab, also die Startchips die man zum spielen bekommt.
In einem Cash Game ist das wesentlich einfacher. Denn man erhält genauso viele Chips wie man Geld auf den Tisch legt. Kauft man sich für 100 Euro ein, erhält man auch Chips im Wert von 100 Euro.

Doch das ist noch nicht alles was es zu den Chips zu sagen gibt. Denn im Laufe der Zeit verändern Chips ihren Wert. Wenn die Blinds steigen und Spieler ausscheiden, ändert sich damit auch der Wert eines Chips. Wenn zu Beginn ein 100er Chip viel wert war und man damit 3 Runden überleben konnte, ist es später so, dass der Chip gerade einmal für einen Bruchteil eines einzigen Blinds reicht.
Es findet also eine Chip-Inflation statt. Chips verlieren an Wert. Daraus folgt natürlich, dass man später viel mehr Chips haben muss um überleben zu können. Hat man das nicht, sollte man aggressiv versuchen dem nachzugehen.
Beim Cash Game verändern Chips natürlich nicht ihren Wert weil die Blinds nicht steigen und es kein Preisgeld gibt. Ihr Platz ist genau so viel wert wie sie Chips bzw. Geld haben.
Ein Unterschied, den viele Poker-Spieler außer Augen lassen sind die Zielsetzungen von Cash Games und Turnieren. Die meisten Spieler nehmen sich zum Ziel einfach so viele Chips wie möglich zu gewinnen. Während das beim Cash Game korrekt ist, ist es beim Turnier der falsche Ansatz. In einem Poker-Turnier versuchst du nämlich eine gewisse Platzierung zu erreichen. Bei einem Winner-Takes-All Turnier musst du natürlich gewinnen, sonst gehst du ohne Preisgeld nach Hause. Bei einem Standardturnier kann dein Ziel sein es einfach ins Geld zu schaffen. Und bei einem Qualifikationsturnier bei dem zum Beispiel die ersten vier Plätze Tickets für ein großes Turnier erhalten ist es egal ob du erster oder vierter wirst. Es ist der gleiche Preis.
Beim Cash Game hingegen ist die Zielsetzung klar: Du musst so viele Chips wie möglich gewinnen, der Rest interessiert nicht.
Doch wie soll man sich nun bei einem Turnier anpassen? Zunächst einmal muss man sich die Auszahlungsstruktur anschauen. Spielst du ein Sit'n Go, ein normales Multi Table Turnier oder ein Qualifikationsturnier? Alle drei erfordern verschiedene Herangehensweisen wegen der Auszahlungsstruktur. Behalte diese also stets im Kopf.
Dadurch dass die Blinds ständig steigen, werden die Stacks im Verhältnis zu den Blinds immer kleiner. Daraus folgt, dass man immer mehr unter Druck gerät und aufpassen muss von den Blinds nicht „aufgefressen“ zu werden. Je höher die Blinds werden, desto aggressiver musst du spielen.
Eine spezielle Situation findet am Bubble statt, also wenn nur noch ein Spieler ohne Geld nach Hause geht. Hier heißt es alles oder nichts: der nächste der ausscheidet sieht kein Preisgeld während die übrig gebliebenen zumindest schon einmal einen Profit sicher haben.
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