Limit hold'em Regeln
Hier findest du alle Grundlagen, die dir helfen werden erfolgreich Limit Texas Hold'em zu spielen. Im Gegensatz zu No-Limit wird hier deutlich weniger geblufft – weil ein Call günstiger ist, als bei No-Limit. Aggressive Poker-Spieler setzen sich deshalb seltener durch. Meist gewinnt derjenige mit den besten Karten. Selbst erfahrene Spieler setzen sich hier überschaubare Ziele: Sie wollen durchschnittlich den zwei- bis dreifachen Big Blind pro Stunde verdienen.
Fixed Limit ist neben No-Limit die meistgespielte Variante von Texas Hold'em. Sie wird gerne in Casinos und online gespielt. Vor allem Anfänger haben hier die Chance mit wenig Geld ihre ersten Erfahrungen zu sammeln, weil die Menge des Geldeinsatzes beschränkt ist. Deswegen bleiben die Spieler auch länger am Tisch, weil es länger als bei No-Limit dauert, bis jemand all seine Chips verloren hat.

Diese Voraussetzungen verleiten häufig zu einem falschen Gedankengang. Viele Amateure glauben, dass sie lediglich mit dem richtigen Pot Odds callen müssen, um langfristig erfolgreich Limit zu spielen. Diese falsche Annahme kannst du zu deinem Vorteil nutzen. Oft findest du Spieler mit dieser falschen Taktik an Limit Tischen mit Limitss um $2/$4 und niedriger. Erfahrenere Spieler begehen dagegen oft den Fehler, zu viele Hände zu spielen und sich mit von Anfang an unterlegenen Karten den Flop anzuschauen. Viele spielen auch zu passiv, wenn sie die beste Hand haben.
Grundsätzlich ist es hier in den meisten Fällen von Vorteil wenn du tight und aggressiv spielst, vor allem gegen gute bis sehr gute Spieler. Deshalb konzentrieren wir uns darauf dir die optimale Spielweise für diese Art von Gegner zu erklären. Somit wirst du erfolgreicher an Tischen mit starken Kontrahenten. Dein Ziel sollte es sein, auch solche Tische dominieren zu können. Früher oder später wirst du diesen Level erreichen und deshalb ist es wichtig zu wissen wie du an diesen Tischen Profit machst. Das lohnt sich vor allem, weil sie deutlich über den Tarif $2/4 hinausgehen. Wenn du dort den zwei- bis dreifachen Big Blind pro Stunde an Gewinn machst sind das bei einem $20/$40 Tisch immerhin $80 bis $120 Stundenlohn.
Im Folgenden wirst du lernen, wie du gewinnbringend Limit spielst. Du wirst erfahren welche Starthände gut genug sind, um sie zu spielen. Darüber hinaus liest du welche Strategien vor und nach dem Flop besonders lukrativ sind. Zur besseren Übersicht haben wir u.a. auch die wichtigsten Tipps und häufigsten Fehler im Limit-Spiel aufgeführt.
Wichtigste Eigenschaften für Limit Texas Hold'em:
Das Spiel vor dem Flop
Geduld und Disziplin sind die größten Stärken die ein Limit Spieler haben kann. Wenn du es schaffst dir nur mit sehr guten Händen den Flop anzuschauen hast du bereits die wichtigste Voraussetzung, um lukrativ zu spielen.
Es hängt von deinen Gegnern ab, wie viele Hände du spielen kannst. Die Fragen, die du dir dazu stellen solltest sind an jedem Tisch gleich. Wie du mit den Antworten darauf umzugehen hast lernst du auf den nächsten Seiten.
Tight oder Loose?
Ein Tisch ist tight, wenn in den meisten Fällen nur zwei oder drei Spieler den Flop sehen. Oft wird der Pot dann auch direkt nach dem Flop entschieden, weil ein Spieler aggressiv bettet und der Rest foldet. Hier werden die Karten fast nie bis zum River aufgedeckt. Vermeide solche Tische! Selbst als Profi hat man hier extrem wenig Freude. Wenn du dennoch einmal an einem derartigen Tisch sitzen solltest, spiele noch tighter als oben beschrieben. In diesem Fall siehst du dir nur mit den 10-15% besten Händen den Flop an.
Dein Ziel ist es einen Tisch zu finden der loose ist. Im Durchschnitt sieht hier jeder Spieler den Flop in jedem dritten Spiel. Es gibt an solchen Tischen sogar Spieler, die sich fast jeden Flop anschauen. Das ist dein Vorteil; wenn du nur die besten Hände spielst, hast du bereits vor dem Flop die besten Siegchancen. Natürlich mag es hier auch ein oder zwei Spieler geben, die sehr tight spielen. Deine Aufgabe ist es, diese zu erkennen und dies beim Spiel zu berücksichtigen.
Hat jemand vor dir erhöht?
Wenn jemand vor dir erhöht, solltest du nur mit sehr guten Händen callen. Wichtig ist dabei auch, dass du dir merkst mit welchen Karten deine Gegner vor dem Flop erhöhen. Nur dann kannst du auch abschätzen, ob es sich lohnt seine Erhöhung mitzugehen. Eine Ausnahme gibt es: Wenn vor dir erhöht wurde und mindestens drei Spieler vor dir diese Erhöhung gecallt haben, dann kannst du auch mit Karten wie T9s mitgehen. Du hast dann die Chance mit einem guten Flop sehr viel Geld zu gewinnen. Falls der Flop dir nicht hilft, trenne dich schnell von deinen Karten und spar dir das Geld.
Beispiel 1:
Du hast T9s (Herz) und sitzt in letzter Position.
Spieler 3 erhöht und drei weitere callen das Raise.
Du callst auch. Der Small Blind foldet und der Big Blind callt.
Der Flop bringt KJ8, davon sind zwei Karten Herz. Du kannst davon ausgehen, dass jemand einen König getroffen hat. Schließlich haben vor dem Flop drei Spieler die Erhöhung gecallt, d.h. sie haben gute Karten. Du selbst hast nun 15 restliche Karten im Stapel, die dir entweder eine Straight oder einen Flush bringen. Die Faustregel besagt, dass du dafür eine Chance von ca. 60% hast. Somit hast du die Pot Odds um jede Erhöhung zu callen, und wahrscheinlich am Ende sogar das beste Blatt, wenn du deine Straight oder deinen Flush vervollständigst. Wenn eine Q oder J an Turn oder River erscheint, kann jemand allerdings eine bessere Straße haben als du, wenn er mit AT bzw. AQ gespielt hat. Genauso kann dein Flush auch von einem höheren Flush geschlagen werden, wenn du nicht das Ass in der Farbe hast.
Beispiel 2:
Vor dem Flop passiert das Gleiche, wie in Beispiel 1. Du hältst auch die gleichen Karten: T9s (Herz).
Diesmal ist der Flop AKT, davon ist eine Karte Herz. Du hast jetzt die T getroffen und ein Paar. Gleichzeitig kannst du dir sehr sicher sein, dass jemand ein A oder K auf der Hand hat, weil vor dem Flop erhöht und mehrfach gecallt wurde. Auch auf einen Flush brauchst du nicht zu hoffen, weil du dafür zwei weitere Herzen benötigst. Folde diese Hand bei der ersten Erhöhung.
Wieviele Spieler haben vor dir den Big Blind gecallt?
Wenn drei oder mehr deiner Gegner den Big Blind callen, kannst du auch mit mehr Händen den Flop ansehen. Schauen sich an deinem Tisch oft vier oder mehr Spieler den Flop an ohne vorher zu erhöhen, ist das es deine Chance. Wenn viele Spieler sich den Flop ansehen gibt das dir mehr Spielraum in der Kartenauswahl. Du hast die Möglichkeit mit niedrigen Suited Connectors und Pocket Pairs mitzugehen. Dein Spielraum reicht nun von 87s bis 32s und 77 bis 22. Du wirst natürlich mit solchen Händen selten gewinnen. Bekommst du einen passenden Flop, hast du auch hier eine sehr gute Chance viel Geld mit diesen Karten zu verdienen. Wenn du den Flop komplett verfehlst, wirfst du natürlich deine Karten bei der ersten Erhöhung weg.
Beispiel 1:
Du hast 44 und callst den Big Blind nachdem drei andere Spieler gecallt haben.
Der Flop bringt AK4. Das ist der perfekte Flop (ein Drilling) für dich. Die Chance, dass jemand sein A oder K getroffen hat und damit ein Paar hat ist sehr gut. Die einzigen Hände vor denen du jetzt Angst haben solltest sind AA und KK. Weil aber niemand vor dem Flop erhöht hat, kannst du sehr sicher sein, dass diese Hände niemand hat. Du kannst jetzt bei jeder Gelegenheit raisen und hoffentlich den ein oder anderen Call oder Re-raise bekommen. Erhöht jemand nach deinem Raise, raist du weiter, es sei denn im Flop liegen drei identische Farben. Sonst wird dein Gegner wahrscheinlich einen Flush haben. In diesem Fall callst du lediglich.
Beispiel 2:
Du hast 44 und callst den Big Blind, nachdem drei andere Spieler vor dir gecallt haben.
Der Flop bringt KQ9.
Drei Overcards und keine Hilfe für dich. Wenn so viele Spieler den Flop sehen, hat sehr wahrscheinlich jemand ein Paar getroffen. Folde bei der ersten Erhöhung.
Unterlegene Hände
Wie oben bereits erklärt, ist einer der häufigsten Fehler bei Limit Hold'em mit der zweitbesten Hand zu callen. Dies ist meistens nicht nur eine sehr knappe Entscheidung, sondern auch eine sehr teure. Die folgenden Karten sind am häufigsten unterlegen: AJ, AT, KQ, KJ, KT und QJ. All diese Hände sehen auf den ersten Blick extrem gut aus, werden aber oft von folgenden Karten geschlagen: AA, KK, QQ, AKs, KQs, AJs und AK.
Diese unterlegenen Hände solltest du nur spielen, wenn vor dem Flop nicht erhöht wurde. Sei bereit diese Karten zu folden, wenn du dir vorstellen kannst, dass du geschlagen bist. Bist du dagegen in letzter Position und wurde der Big Blind nur gecallt, hast du damit die Karten um vor dem Flop zu raisen.
Beispiel 1:
Du bist in mittlerer Position und hast AT. Du callst einen Raise vor dem Flop.
Der Flop ist A95. Wenn jemand nun AK, AQ oder AJ hat bist du bereits so gut wie geschlagen. Auch wenn es schwer fällt – trenne dich von dieser Hand.
Beispiel 2:
Du bist in mittlerer Position und hast AT. Du callst einen Raise vor dem Flop.
Der Flop ist T62. Du hast das höchste Paar und den besten Kicker. Du kannst im Moment nur verlieren, wenn jemand AA, KK, QQ, JJ, TT, 66 oder 22 hat. Wenn du nun setzt und ein Spieler erhöht nach dir, sei gewarnt – du kannst bereits geschlagen sein.
Beispiel 3:
Du bist in letzter Position und hast AT. Drei Spieler callen den Big Blind. Das ist deine Chance. Du hast wahrscheinlich die stärkste Hand und kannst damit vor dem Flop erhöhen. Ziele dieser Aktion sind Folgende: Einerseits möchtest du mehr Geld in den Pot bekommen, wenn du die stärkste Hand hast. Andererseits kannst du damit Spieler hinausdrängen, die mit mittelmäßigen Karten wie 98s günstig den Flop sehen wollten.
Die Spielweise vor dem Flop
Spiele aggressiv mit hohen Paaren. Erhöhe bei jeder Möglichkeit. Auch mit Händen wie AKs und AQs kannst du diese Taktik anwenden, vor allem um niedrige Paare und Suited Connectors zum Folden zu bringen.
Wenn ein tight spielender Gegner hinter den Blinds sitzt und raist, wirf auch Karten wie AQ off-suit weg. Er hat sehr wahrscheinlich bessere Karten als du. Es gibt dann nur noch extrem wenige Kartenkombinationen für den Flop, die dir einen Vorteil bringen – und keine ist davon garantiert gut für dich.
Beispiel 1:
Du hast AQ und callst das Raise des tight spielenden Gegners.
Der Flop ist QQ7. Dies ist einer wenigen Flops, der dir entscheidend hilft. Nur jetzt kannst du sicher sein, die beste Hand zu haben. Du schlägst damit nämlich Karten wie AA, KK, AK, JJ. Erhöhe bei jeder Gelegenheit.
Beispiel 2:
Du hast AQ und callst das Raise des tight spielenden Gegners.
Der Flop ist AQ7. Normalerweise ein sehr guter Flop für dich. Es sei denn, dein Gegner hält AA oder QQ. Spiele jetzt aggressiv, um herauszufinden, wie gut deine Hand wirklich ist und versuche den Pot gleich hier zu gewinnen. Hält dein Gegner KK oder AK hast du ihn im Moment geschlagen.
Bekommst du ein Ass mit einem niedrigen Kicker, folde lieber. (Außer du sitzt in letzter Position und niemand hat vor dir den Big Blind gecallt. Dann hast du die Chance, mit einer Erhöhung die Blinds zu stehlen.) AT ist die niedrigste derartige Kombination die du spielen solltest. Sonst wirst du oft gegen jemand verlieren, der auch ein Ass mit besserem Kicker hat.
In der folgenden Übersicht siehst du, welche Hände du in bestimmten Situationen spielen solltest. Die Tabelle gilt für einen Tisch mit mindestens acht Spielern und für das Verhalten vor dem Flop. Wenn du an einem Tisch mit weniger als acht Spielern sitzt, kannst du mehr Hände spielen, weil die einzelnen Kartenkombinationen im Wert steigen je weniger Gegner du hast.
Gruppe 1:
AA, KK, QQ, AKs: Erhöhe bei jeder Gelegenheit.
Gruppe 2:
AK, AQs, JJ, TT: Erhöhe, wenn es noch keiner vor dir gemacht hat. Ansonsten calle jede Erhöhung egal wie viele Spieler im Pot sind. Re-raise wenn du nur einen Gegner hast.
Gruppe 3:
AQ, AJs, KQs, 99: Erhöhe nur, wenn vor dir niemand gecallt oder erhöht hat, du hast evtl. die beste Hand und eine Chance die Blinds zu stehlen. Wurde vor dir einmal erhöht, calle. Einen Re-raise callst du nur wenn mindestens zwei andere Spieler die erneute Erhöhung mitgegangen sind.
Gruppe 4:
KQ, QJs, 88, 77: Genau wie bei Gruppe 3, allerdings erhöhst du nur, wenn du in letzter Position bist. Hast du KQ calle maximal eine Erhöhung und folde immer bei einem Re-raise. Bei QJs, 88 und 77 calle den Big Blind, nur wenn mindestens drei andere Spieler vor dir gecallt haben. Eine Erhöhung bezahlst du nur, wenn es mindestens vier Caller gibt.
Gruppe 5:
ATs, KJs, QTs, JTs, T9s, 98s, 66, 55, 44, 33, 22:
Mit diesen Händen erhöhst du nicht einmal in letzter Position. Du callst den Big Blind, wenn das vor dir mind. drei andere Spieler auch getan haben. Eine Erhöhung gehst du nur mit, wenn diese von mind. vier Gegner gecallt wurde.
Du weißt nun, welche Hände du vor dem Flop spielen und vor allem auch wie du diese Hände spielen sollst. Du hast sicherlich gemerkt, dass viel davon abhängt, wie viele Spieler mit dir im Pot sind und den Flop sehen. Wenn du Karten aus der Gruppe 1 und 2 hast, möchtest du so wenig Gegner wie möglich haben, damit die Chancen weiterhin hoch sind, dass deine Hand die beste ist. Hast du dagegen Karten aus der Gruppe 4 und 5 kannst du diese meist nur spielen, wenn sehr viele Gegner am aktuellen Spiel beteiligt sind. Der Grund dafür ist rein mathematisch. Du wirst mit Karten wie T9s oder 44 selten gewinnen. Wenn du aber damit erfolgreich bist, muss es sich so sehr lohnen, dass du es dir leisten kannst, die Einsätze der Spiele auszugleichen, in denen du eine Niederlage einstecken musstest. Weil du nicht jeden Pot direkt nach dem Flop gewinnen wirst ist es natürlich auch wichtig zu wissen, wie es danach weiter geht. Auf der folgenden Seite lernst du, was du nach dem Flop alles richtig machen kannst.
Das Spiel nach dem Flop
Wenn du die ersten drei Community Cards siehst solltest du dir diese Fragen stellen:
Wie stark ist meine Hand?
Hat jemand vor dem Flop erhöht, in welcher Position und wie verhält er sich jetzt?
Wie stehen meine Pot Odds? Habe ich Chancen auf eine Straight oder einen Flush?
Wie viele Spieler sind noch dabei? An welcher Position sitze ich?
Höchstes Paar mit bestem Kicker
Erhöhe bei jeder Möglichkeit. Oft callen Spieler mit höchstem Paar und schlechterem Kicker mit. Es kann auch sein, dass Spieler raisen die auf einem Flush oder Straight Draw sind, also einen Semi-Bluff versuchen. Mache es gerade für diese Spieler so teuer wie möglich die nächste Karte zu sehen. Andererseits sei gewarnt vor höheren Pocket Pairs, die dein höchstes Paar schlagen können.
Beispiel:
Du hast AQs. Der Flop ist Q85.
Du hast Top Pair mit Top Kicker. Gefährliche Hände sind lediglich AA, KK, QQ aber auch 88 und 76, weil diese einen Drilling bzw. letztere einen Straight Draw haben. Mache dir deshalb jetzt bewusst, wie das betten vor dem Flop abgelaufen ist. Wenn viele Spieler den Flop gesehen haben und davor nicht geraist wurde, ist es denkbar, dass jemand mit 88 oder 76s den Big Blind gecallt hat. Andersherum, wenn es vor dem Flop ein Raise oder re-raise gab, kann es sein, dass derjenige mit dem re-raise ein hohes Paar auf der Hand hat. Achte deshalb darauf, wie diese Spieler jetzt agieren. Jemand mit einem höheren Paar auf der Hand oder einem Drilling nach dem Flop wird bei jeder Gelegenheit erhöhen, während ein Spieler, auf einem Flush oder Straight Draw lieber nur checkt oder callt, um die nächste Karte möglich günstig zu sehen.
Höchstes Paar mit schlechtem Kicker
Jetzt gilt es herauszufinden, wie gut deine Karten sind. Das schaffst du am besten indem du bettest. Hat vor dir niemand erhöht, wirfst du die ersten Chips in den Pot. An der Anzahl der Calls oder sogar Raises erkennst du schnell, wie gut deine Hand ist. Wird deine Erhöhung lediglich gecallt, hat jemand vielleicht ein mittleres Paar mit gutem Kicker oder einen Draw. Erhöht allerdings jemand nach dir, bist du wahrscheinlich bereits geschlagen.
Beispiel:
Deine Hand ist ATs. Im Flop liegen A63.
Du hast das höchste Paar mit einem relativ schlechten Kicker. Karten wie AK, AQ und AJ sind eine Gefahr für dich und werden sicherlich bei jeder Möglichkeit den Einsatz erhöhen. Bette deshalb falls vor dir niemand erhöht hat und folde wenn ein Spieler nach dir geraist hat. Du solltest auch keine Erhöhung callen. Folden ist auch hier die langfristig günstigere Variante. (Natürlich ist das Verhalten immer in Relation zur Spielweise deiner Gegner zu sehen. Hast du z.B. nur den Big Blinds als Gegner, kann es sein, dass er die 6 getroffen hat und damit raist, um dich herauszudrängen, falls du keine Karte im Flop getroffen hast. Deshalb kann natürlich ein Raise deinerseits in diesem Fall sinnvoll sein.)
2 Paare (Du triffst beide Pocket Cards im Flop)
Spiele aggressiv und erhöhe zu jeder Zeit. Liegen im Flop Karten, die einen Straight oder Flush Draw zulassen hast du auch die Option, dass du bis zu Turn mit deiner Erhöhung wartest (vorausgesetzt der Turn ist eine Karte, die niemand zu einer Straight oder einem Flush hilft). Der Vorteil ist hierbei, dass du nach dem Turn das Doppelte betten kannst und somit Spieler eher herausdrängen kannst, die auf einem Draw sind. Diesen fehlt noch immer eine Karte, nach dem Flop haben sie nichts callen müssen um die nächste Karte zu sehen – sie sind also weniger Pot-committed. Wenn du jetzt bettest oder sogar eine Bet raist, stehen die Chancen gut, dass du diese Spieler zum Folden bringen kannst, weil auch deren Pot Odds schlechter stehen.
Beispiel:
Deine Pocket Cards sind ATs. Der Flop bringt AT6.
Mit zwei Paaren – in diesem Fall sogar die beiden höchsten – hast du eine extrem starke Hand. Im Moment bist du nur geschlagen, wenn ein Gegner AA, TT oder 66 auf der Hand hat. Mit nur drei Händen gegen dich kannst du sehr offensiv spielen. Vielleicht hat ja ein Spieler AK oder AQ und denkt, er sei im Moment der Stärkste. Von ihm kannst du auf jeden Fall einen Call erwarten, wenn nicht sogar ein Raise. Pass aber auf, dass am Turn und River kein König oder Dame erscheinen, sonst hat er das bessere zweite Paar. Dagegen werden Spieler mit KQ, KJ und QJ nur callen, weil sie auf Bube, Dame bzw. König hoffen, um die Straight zu vervollständigen.
Mittleres Paar mit bestem Kicker
Je nachdem, welche Spielertypen mit dir im Pot sind solltest du folden oder betten bzw raisen. Ein tighter Gegner wird nur betten, wenn er sehr gute Karten hat, also foldest du nach einer Erhöhung von ihm. Hat er nicht gebettet, kannst du raisen, weil dann die Chance besteht, dass er mit dem höchsten Paar aber einem schwachen Kicker lieber foldet. Versuche diese Situationen von Anfang an zu verhindern, indem du nur mit den besten Händen den Flop anschaust. Es sollte hauptsächlich vorkommen, wenn du dir als Blind den Flop anschaust. Hast du mit dieser Hand einen Flop gesehen, kannst du natürlich auch callen, wenn die Pot Odds zu deinen Gunsten stehen. Deine Chance beträgt rund 20% (5 Outs nach dem Flop) ein zweites Paar oder einen Drilling zu treffen. Bezahle eine Erhöhung aber nur, wenn du sicher bist, dass dir zwei Paare zum Sieg reichen werden.
Beispiel:
In der Hand hälts du A8. Gefloppt werden J85.
Wenn du jetzt nach einer Bet noch einmal erhöhst, kannst du nur Spieler zum Folden bringen die sehr vorsichtig spielen und z.B. QJ auf der Hand halten. Diese werden glauben, dass du AJ oder KJ hast und sie bereits geschlagen sind. Du kannst eine Bet aber auch callen, wenn du der Meinung bist, dein Gegner hat den Bube getroffen und die Pot Odds mit 20% reichen. Dann musst du eben auf ein Ass oder eine weitere Acht hoffen, damit du ihn schlagen kannst. Eine Acht sollte dir in diesem Fall lieber sein. Falls dein Gegner AJ hat, verlierst du trotzdem.
Mittleres Paar mit schlechtem Kicker
Folden ist in den meisten Fällen die beste Entscheidung. Wenn schwache Gegner mit dir im Pot sind hast du auch die Chance mit einem check-raise diese zum Folden zu bringen. Sollte jemand deine Erhöhung callen oder raisen, sparst du weiter Chips – Du bist sehr sicher bereits geschlagen.
Beispiel:
Deine Pocket Cards sind J5. (Eine derartige Kartenkombination solltest du nur spielen, wenn du der Big Blinds bist und niemand vor dir erhöht hat.) Im Flop liegen KJ2.
Jeder Spieler mit einen König oder einem Bube auf der Hand hat dich geschlagen. Ein mutiges check-raise kann dir den Sieg bringen, wenn kein anderer Spieler sehr gute Karten hat und deine Gegner dir glauben. In der Regel solltest du diese Karten so schnell wie möglich loswerden, weil du aussichtslos unterlegen bist.
Höheres Paar
Du hast ein Paar auf der Hand, das höher ist als die höchste Karte im Flop. Eine ideale Ausgangslage für dich. Spieler, die die höchste Karte im Flop getroffen haben werden dir bereitwillig Chips geben. Wenn diese noch einen sehr guten Kicker haben, macht es das meist noch leichter. Du solltest in jeder Situation erhöhen, besonders um Spieler herauszudrängen die auf einem Draw sind. Ein check-raise ist nur angebracht, wenn du sicher sein kannst, dass einer deiner Gegner betten wird. Diese Aktion wird noch mehr Gegner zum Folden bringen. Sollte dich dagegen jemand nach deiner Erhöhung (ob du per check-raise erhöht hast oder nach seinem raise ist hierbei egal) noch einmal re-raisen, gibt dir das Auskunft über die Stärke seiner Hand. Vielleicht hat er zwei Paare oder einen Drilling, eventuell auch das Höchste Paar mit dem besten Kicker. Gegen letztere Hand gewinnst du.
Beispiel:
Der Dealer gibt dir KK und legt danach Q52 auf den Tisch.
Eine Dame als höchste Karte im Flop zeigt, dass du das höchste Paar hast. Spieler die AQ in der Hand halten fühlen sich natürlich zu Recht sehr stark. Es können dich im Moment nur AA und QQ schlagen (natürlich auch 55 und 22, doch diese callen selten ein raise vor dem Flop). Und nachdem du vor dem Flop mit KK zu jeder Möglichkeit erhöht hast, weißt du jetzt ob jemand eine der beiden gefährlichen Hände hat, denn er wird vor dem Flop auch jedes Mal geraist haben. Überlege also, wie das Betten vor dem Flop verlief und du kannst abschätzen, ob jemand AA oder QQ in der Hand hält. Wenn du der Meinung bist, die beste Hand zu haben, erhöhst du auch nach dem Flop bei jeder Gelegenheit.
Zweithöchstes Paar
Dein Pocket Pair ist niedriger als die höchste Karte im Flop und gleichzeitig höher als die mittlere Karte. Auch hier wieder eine eindeutige Regelung. Wird vor dir erhöht, foldest oder raist du – je nach Gegner. Einfach nur callen ist falsch. Folden ist immer die bessere Variante, wenn mehrere Spieler nach dir kommen. Bist du in letzter Position kann eine Erhöhung Spieler abschrecken, die das höchste Paar und einen schwachen Kicker haben oder auf einem Draw sind. Re-raist dich ein Spieler foldest du.
Höhere Karten
Deine beiden Karten sind jeweils höher als die Karten im Flop. Folde die Hand schnell und spare dir deine Chips. Einzige Ausnahme: Die Pot Odds lassen es zu, dass du callst, wenn du auf einem Flush oder Straight Draw bist.
Beispiel:
Deine Hand ist AK. Gefloppt sind J73.
Eigentlich ist deine Hand extrem stark, nur nicht nach diesem Flop. Jeder Spieler, der mit AJ, KJ, QJ oder JT mitgegangen ist, hat dich bereits geschlagen. Selbst wenn dein raise (ein call wäre auch wieder falsch, eher foldest du) nach dem Flop gecallt würde. Stell dir vor es kommt ein Ass oder König und jemand hält AJ oder KJ. Dann hast du das höchste Paar mit dem besten Kicker, verlierst aber dennoch gegen den Spieler mit zwei Paaren. So schwer es auch fällt diese Hand loszulassen, folden ist nach so einem Flop langfristig das Beste.
Beste Draws mit acht oder mehr Outs
Die besten Draws hast du, wenn du bereits die höchste Karte für den eventuellen Flush oder die Straight auf der Hand hast. Hast du z.B. AXs (X steht für irgendeine andere Karte, in diesem Fall derselben Farbe wie das Ass) und kommt ein Flop mit zwei weiteren Karten deiner Farbe hast du einen Flush Draw, der gegen alle anderen Flushes gewinnt. Bei einem solchen Flush Draw hast du neun Outs. Wenn du jetzt noch die drei Outs (Asse) dazu zählst, die dir das höchste Paar bringen, hast du 12 Outs und eine fast 50%ige Chance bis zum River eine der Karten zu treffen. Deshalb solltest du solche Hände als Semi-Bluff immer aggressiv spielen und betten bzw. raisen. Ein Raise oder check-raise ist hier allerdings genug. Du hast ja noch keine gute Hand – sie soll es ja noch werden. Deshalb, wenn ein Gegner nach dir noch einmal erhöht, callst du seine Bet und schlägst erst zu, wenn du den Flush oder die Straight getroffen hast (Ausnahmen, wann du mit einem Draw auf das Betten verzichten solltest findest du unter “Gefährliche Draws”.)
Beispiel:
Als Pocket Cards bekommst du AJs. Im Flop erscheinen Q73 (zwei Karten davon in der gleichen Farbe, die deine Karten auf der Hand haben).
Du hast bisher lediglich das Ass als High Card – eine schwache Hand – aus der allerdings noch einiges werden kann. Jetzt fehlt dir nur noch ein Ass für das höchste Paar oder eine fünfte Karte in der Farbe deiner Hole Cards damit du den Nut Flush hast. Hier kannst du immer betten und eine Erhöhung sogar raisen. Was darüber hinaus gebettet wird callst du, weil die Pot Odds sicher auf deiner Seite stehen. Vielleicht gewinnst du sogar nach dem Raise den Pot schon hier und jetzt, weil niemand eine besonders starke Hand hat. Gegner, die auf dem gleichen Flush Draw sind stellen eine gelungene Beute dar, weil du mit dem Ass als Sieger hervorgehen wirst.
Gefährliche Draws
Dir fehlt nur noch eine Karte zu einer Straight oder einem Flush? Das sind sehr gute Karten, denn weiter oben haben wir gelernt, dass man diese Hände als Semi-Bluff immer betten kann. Nun, Regeln haben gerne Ausnahmen und so auch diese. Für manche Leser mag es offensichtlich sein – einmal darüber nachgedacht, kann es jedem Spieler helfen, in ähnlicher Situation die richtige Entscheidung zu treffen. Stell dir vor du bist auf einem OESD, dann hast du rein rechnerisch acht Karten, die deine Straße vervollständigen. Was ist aber, wenn ein Flush Draw im Flop liegt, also zwei Karten gleicher Farbe? Wenn jetzt eine deiner Outs in dieser Farbe am Turn auftaucht hast du die Straight – nur dein Gegner hat eventuell einen Flush! Ziehe also die beiden Outs ab, die in der Farbe des Flush Draws sind und schon sind es nur noch sechs Karten, die dir helfen. Spiele also zurückhaltender! Das gleiche gilt für dich, wenn du auf einem Straight oder Flush Draw bist und ein Paar im Flop liegt. Berücksichtige, dass dein Gegner nun die Chance auf ein Full House hat. Calle die Erhöhungen nur, wenn die Pot Odds für dich sprechen, sonst folde.
Beispiel:
Du bekommst vom Geber KQs. In den Flop legt er AAT (ein Ass und die Zehn in der Farbe deiner Hole Cards).
Ein Flop mit vielen Optionen für dich. Falls niemand etwas im Flop getroffen hat, hast du die besten Kicker. Außerdem hast du verschiedene Möglichkeiten eine starke Hand zu treffen: Die Chancen auf einen Royal Flush (der Bube in deiner Farbe – 1 Out), einen Flush Draw (acht weitere Karten in der Farbe – 8 Outs) und einen Straight Draw (drei restlichen Buben – 3 Outs) machen zusammen 12 Outs. Generell Grund genug um zu betten und sogar zu erhöhen. Der Haken an dieser Situation ist, dass ein Spieler mit AT oder TT auf der Hand deine Straight und den Flush schlägt und dir damit nur ein Out übrig bleibt auf den Royal Flush. Dass du jetzt noch die richtigen Pot Odds bekommst um eine Erhöhung zu callen grenzt an ein Wunder. Natürlich kannst du es riskieren und es gibt sicher wenige Spieler die eine Chance auf einen Royal Flush folden, mag sie auch noch so gering sein (was sie übrigens immer ist).
Extrem starke Hände
Nach dem Flop hast du bereits einen Drilling, eine Straight, einen Flush, ein Full House oder sogar Quads. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll diese Hände nach dem Flop defensiv zu spielen. Denn du bist sehr überlegen und kaum ein Spieler wird bereits derart gute Karten haben, dass er ein Raise callen wird. Deshalb gib deinen Gegnern eine Chance, ihre Hände zu verbessern und erhöhe erst nach dem Turn. Dann hast du auch die doppelte Höhe des Einsatzes den du betten kannst und bekommst von Callern deutlich mehr Chips. Außerdem bezweifeln diese Spieler die deine Erhöhung mitgehen, dass du bereits nach dem Flop eine gute Hand hattest, weil du dort nicht gebettet hast. Wenn du bereits nach dem Flop zwei Spieler hast, die erhöhen, überprüfe deine Hand. Nur wenn du sicher sein kannst, dass du die höchste Straße hast den besten Flush oder das höchste Full House in der Hand hältst, erhöhe auch selbst. Diese Spieler werden dann auf jeden Fall callen, schließlich haben sie selbst offenbar starke Hände.
Beispiel:
Du hast JT. Der Flop bringt 987 (in drei verschiedenen Farben).
Du hast eine Straße gefloppt. Wenn du bei einem solchen Flop nach einer Bet erhöhst, wirst du nur von Spielern gecallt, die 99, 88 oder 77 in der Hand halten. Sei deshalb etwas passiver. Selbst Spieler mit höheren Paaren wie AA oder KK sind dir im Moment unterlegen. Erhöhe erst nach dem Turn, wenn es sich lohnt, und der ein oder andere Spieler gute Karte für sich bekommen hat. Im Idealfall hält einer deiner Gegner ein Overpair und ein anderer hat einen Drilling gefloppt. Diese Spieler werden jetzt erhöhen, wann immer es geht und du kannst getrost mitmachen, weil du die beste Hand hast.
Im Vergleich zu den oben beschriebenen defensiven Taktiken, gibt es aber auch Situationen, in denen es Sinn macht mit extrem starken Händen zu erhöhen und aggressiv zu spielen. Wenn ein möglicher Straight- oder Flush-Draw im Flop liegt erhöhe bei jeder Möglichkeit, um die nächste Karte für deine Gegner teuer zu machen. Liegt ein Paar im Flop und jemand hat einen Drilling wird er so oft wie möglich erhöhen; nutze dies aus indem du selber auch erhöhst. Kurz gesagt: Alle Flop-Möglichkeiten, die deinen Gegnern eine starke Hand ermöglicht kannst du aggressiv spielen.
Beispiel:
Deine Hole Cards zeigen JJ. Im Flop siehst du KKJ.
Ein fantastischer Flop für dich – ein Full House. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du die beste Hand am Tisch und wirst diese auch bis zum Schluss haben. Wenn ein Spieler nach dem Flop bettet, calle lediglich seinen Einsatz. Vielleicht hat er einen Bube oder einen König; eventuell hält er ein zweites Paar auf der Hand und rechnet sich gute Chancen aus. Spieler mit QT werden diesen Flop oft auch betten, denn sie haben acht Outs eine Straße zu schaffen. Deine Aufgabe ist jetzt eine Erhöhung zu callen und falls ein anderer zusätzlich Spieler raist, erhöhst du selbst einmal. Du hast dann auf jeden Fall einen Gegner, der glaubt eine gute Hand zu haben – unter Umständen callt auch der Spieler, mit der ersten Erhöhung. Es gibt nur zwei Hände von denen du geschlagen werden kannst. KK und KJ. Ersterer hat bereits die beste Hand und wird gewinnen. Ihn erkennst du daran, dass er vor dem Flop mindestens einmal erhöht hat. Wenn niemand vor dem Flop aggressiv gespielt hat, kannst du KK recht sicher ausschließen. KJ hat das bessere Full House und du verlierst auch gegen diese Hand. Wenn du dein Paar Buben vor dem Flop aggressiv gespielt hast, besteht die Chance Spieler mit KJ zum Folden gezwungen zu haben.
Das Spiel nach dem Turn
Hier ändert sich eine entscheidende Gegebenheit: Die Bets sind nun doppelt so hoch wie zuvor. Es ist also sehr wichtig, dass du deine Hand bis hierhin richtig gespielt hast und auch weißt, ob und wann deine Gegner erhöht haben. Für Spieler die auf einem Straight- oder Flush-Draws sind, verschlechtern sich hier deutlich die Pot Odds. In einer solchen Situation musst du die neuen Odds überprüfen, ob sich ein Call noch immer lohnt. Hast du selbst eine starke Hand ist das hier deine beste Chance, Spieler auf einem Draw zum Folden zu bringen. Wenn du nach dem Turn mit guten Karten bettest und ein Spieler hinter dir erhöht, überprüfe deine Hand und erhöhe wiederum selbst nur, wenn du die besten Karten hast.
Beispiel:
Du bekommst vom Dealer 77. Vor dem Flop hat niemand erhöht, deshalb schaust du dir ihn auch günstig an indem Sie den Big Blind callen. Mit dir schauen sich noch weiter drei Spieler den Flop an, der AA7 ist.
Du hast ein Full House gefloppt und solltest jetzt hoffen, dass jemand mit einem Ass auf der Hand denkt, sein Drilling sei die momentan beste Hand. Du bettest, schließlich liegt ein Paar im Flop, zwei Spieler folden und der dritte Spieler erhöht. Er hat offenbar das Ass getroffen. Du callst seine Bet und planst ein Raise für den Turn. Damit lässt du den Gegner denken, dass du nur eine 7 auf der Hand hast denn mit zwei Paaren nach dem Flop kann man betten und ein Raise callen; mit einem Full House würde man wohl eher noch einmal erhöhen. Der Turn bringt eine weitere 7 und dir den Vierling. Dein Gegenspieler, den du auf einem Ass vermutest hat nun ein Full House AAA77. Wenn du jetzt bettest, wird er erhöhen. Du kannst sein Raise wiederum erhöhen. Dies ist eine der wenigen Situationen, in denen du das Maximum der vier Erhöhungen pro Runde ausnutzen solltest. Dein Gegner hat eine sehr starke Hand und deine ist noch besser. Durch das langsame Spielen – den Call nach seiner Erhöhung beim Flop – wird er denken, dass er die beste Hand hat. Vielleicht glaubt er, dass du auch ein Ass auf der Hand hast und der Pot am Ende sowieso geteilt wird. Glaubt er dir, dass du eine 7 hast ist es für ihn jetzt auch verständlich, dass du mehrmals erhöht hast, weil du jetzt schließlich auch ein Full House hättest AA777. Und weil sein Boat höher ist, wird er sich als Sieger fühlen. Durch diese Spielweise wiegst du den Gegner in Sicherheit und hast somit die Chance deutlich mehr Chips von ihm gewinnen können, als wenn du am Flop nach seinem Raise noch einmal erhöht hättest. Das wäre ein deutliches Signal für ihn gewesen, dass du eine sehr starke Hand hast.
Das Spiel nach dem River
Die letzte Karte ist aufgedeckt – hat sich deine Hand verändert? Hast du den Flush komplettiert? Oder hast du noch immer nur das eine Paar seit dem Flop während dein Gegner inzwischen seine Straße zusammen hat? Viele Spieler verlieren unnötig viel Geld, weil sie jede Bet nach dem River callen. Sie denken: “Wenn ich bis hierhin gekommen bin, lass ich mir den Pot doch nicht einfach von einer Bet wegnehmen – ich will sehen, wie gut ich bin.” Diesen Gedanken kannst du sicherlich verstehen, aber er schadet dir langfristig. Wenn du nach dem River z.B. nur ein Paar hast und dein Gegner war bis hierhin zurückhaltend indem er deine Bets immer nur gecallt hat. Jetzt, da mit dem River aber die dritte gleiche Farbe in den Community Cards liegt fängt er plötzlich an zu betten. Glaube ihm, dass er den Flush getroffen hat und folde deine Hand. Spare dir unnötige Einsätze, weil du dabei lernst, deine Gegner und deren Karten einzuschätzen. Wenn du weißt, wann du geschlagen bist, hast du den Durchbruch geschafft und dein Pokerspiel wird sich spürbar verbessern. Und erinnere dich noch einmal an das Ziel, dass sich erfahrene Spieler setzen: Zwei Big Blinds Gewinn pro Stunde. Nach dem River hat eine Bet genau diese Höhe. Überlege dir also beim nächsten Mal, ob deine Karten wirklich so gut sind, dass du callen kannst. Es kann natürlich auch sein, dass du sogar stark genug bist, um ein Raise anzukündigen. Auf dem River trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn du deine Gegner richtig lesen kannst ist das mehr als die halbe Miete.
Beispiel:
Spieler 1 (Big Blind) hat AJs (Kreuz).
Spieler 2 (UTG) hat QQ.
Spieler 3 (mittlere Position) hat T9s (Pik).
Spieler 4 (letzte Position) hat 99.
Vor dem Flop:
Spieler 2 erhöht. Spieler 3 foldet, Spieler 4 und 1 callen beide.
Der Flop bringt J95 (zwei Karten sind Karo). Spieler 1 bettet, weil er das höchste Paar mit dem besten Kicker hat und deshalb aggressiv spielt. Außerdem will er wissen, wie gut seine Karten im Moment sind, und ob jemand bessere hat. Wenn niemand ein Raise ankündigt, kann er sich fast sicher in der Gewissheit fühlen, die momentan beste Hand zu haben. Spieler 2 erhöht und signalisiert damit wahrscheinlich ein Overpair. Spieler 3 callt lediglich die Erhöhung, um nichts über seinen Drilling zu verraten. Spieler 1 callt ebenfalls.
Die Turn-Karte ist ein A. Spieler 1 bettet erneut. Er hat schließlich zwei Paare. Spieler 2 foldet, weil zwei Spieler sein Raise vor dem Flop gecallt haben und er sich sicher ist, dass mindestens einer seiner Gegner ein Ass hält. Spieler 3 – der noch immer die beste Hand hat – erhöht nun in der Hoffnung, dass Ass habe Spieler 1 geholfen. Dieser erhöht noch einmal, weil er glaubt Spieler 3 habe nur das Ass getroffen, nicht aber ein zweites Paar dazu. Spieler 3 erhöht ein letztes Mal und Spieler 1 callt.
Auf dem River wird eine T (Karo) aufgedeckt. Insgesamt liegen nun offen auf dem Tisch AJT95 (drei Karten sind davon Karo). Hätte jemand KQ auf der Hand, wäre das eine Straße. Mit zwei Karos in den Pocket Cards, hätte man nun einen Flush. Beide übrigen Spieler sind sich jetzt bewusst, dass Ihre Hand jetzt geschlagen sein kann. Spieler 1 checkt, weil er Respekt vor dem möglichen Flush oder der Straße hat. Spieler 2 bettet, weil er glaubt sein Drilling ist zumindest eine Bet wert. Spieler 1 foldet, weil er glaubt, Spieler 3 habe seinen Draw geschafft.
Top 10 - Wichtigste Regeln für erfolgreiches Spielen
Spiele nur die besten Hände. Schaue dir in maximal 25% der Spiele den Flop an.
Calle einen Straight- oder Flush-Draw nur, wenn die Pot Odds für dich sprechen.
Suche dir Tische aus, an denen die Spieler im Durchschnitt mindestens 35% der Flops sehen.
Merke dir die Betstrukturen deiner Gegner, und welche Hände sie spielen. Wann bettet oder checkt dein Gegner; wann erhöht er vor dem Flop? Wie spielt er Paare? Weißt du das alles, dann hast du eine gute Chance zu erkennen, welche Karten er hält und kannst dein Spiel anpassen.
Wenn du glaubst, dass du die beste Hand hast erhöhe immer wenn es möglich ist. Hindere somit die anderen Spieler daran, die nächste Karte kostenlos zu sehen.
Achte darauf einen guten Kicker zu haben. Besonders in Limit-Spielen bringt eine hohe Beikarte dir langfristig Geld.
Wechsle deine Spielweise ab in dem du bettest, wenn du sonst checken würdest. Dadurch bist du für andere Spieler schwerer zu lesen.
Bluffe selten. Wenn du das Image hast, dass du nur erhöhst, wenn du sehr gute Hände hast oder z.B. deinen Flush auf dem River getroffen hast, eröffnet dies dir neue Möglichkeiten. Du kannst diese Situation ausnutzen, indem du bettest, auch wenn du nichts getroffen hast. Deine Gegner werden eher folden.
Wenn du in letzter Position bist und nach dem Flop jeder gecheckt hat, kannst du versuchen den Pot sofort zu kaufen, indem du bettest. Du solltest aber sicher sein, dass du ausschließlich gegen vorsichtige Spielertypen spielst. Nur dann hast du eine Chance, dass niemand deine Bet callt.
Folde, wenn du nichts hast, oder die Pot Odds gegen dich sprechen. Siehe auch Regel Nummer 2.
Top 10 – Häufigste Fehler bei Limit Texas Hold'em
Du spielst zu viele Hände und siehst häufig mit unterlegenen Karten den Flop.
Du callst zu oft, wenn du bereits geschlagen bist (mittleres Paar oder höchstes Paar mit schlechtem Kicker). Folden oder raisen sind oft die besseren Alternativen.
Du raist nicht vor dem Flop, obwohl du eine sehr starke Hand hast und lässt damit die Gegner zu günstig im Spiel.
Du callst mit der zweitbesten Hand und hoffst, deine Hand zu verbessern. Wenn diese Verbesserung dann eintritt, hilft sie oft auch deinem Gegner.
Du checkst an Flop und Turn mit sehr guten Händen. Weil deine Gegner aber auf einen Flush oder eine Straße warten checken diese ebenfalls und du verpasst die Möglichkeit Geld in den Pot zu ziehen oder Gegner zum Folden zu bringen.
Du achtest nur auf deine Karten und ignorierst die Betstrukturen der Gegner.
Du callst mit einem Straight- oder Flush-Draw, obwohl die Pot Odds dagegen sprechen.
Du wählst einen zu schweren Tisch, mit Spielern die alle sehr tight spielen.
Du erhöhst nicht, wenn du nach dem Flop sehr gute Karten hast, sondern checkst oder callst nur.
Du hast nicht genügend Geld um ein bestimmtes Limit zu spielen. Du solltest als Faustregel rund das 300-fache des großen Bets beim Limit Spiel haben. An einem $2/$4 Tisch ist der große Bet $8. Somit solltest du $2.400 als Bankroll besitzen.
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