Viele denken, dass kleine Pocketpaare im Grunde sehr stark sind und daher aggressiv gespielt werden müssen. Schließlich sind sie sogar minimaler Favorit gegen Ass König. Andere wiederum sind der Meinung, dass kleine Pocketpaare keinen Wert haben, denn entweder ist man riesiger Underdog gegen ein höheres Paar oder man ist gerade mal in einer 50:50 Situation. Ganz so einfach ist es eigentlich nicht – schauen wir uns die Sache einmal genauer an.
Wer diese Pocketpaare für eine starke Hand hält argumentiert, dass es relativ unwahrscheinlich ist, dass der Gegner gleichzeitig ein höheres Paar hält. In einer Heads-Up Situation ist es sogar sehr unwahrscheinlich und darum sollte man diese Möglichkeit ignorieren und eher mit Ass König oder ähnlichen Händen rechnen. Aus diesem Grund hat man mit fast allen Pocketpaaren eine 50:50 Chance und ist im Durchschnitt in keiner schlechten Position.
Die Gegner dieser Argumentation sind meist konservative Spieler und sehen es etwas pessimistischer. Im Grunde setzen sie nur die Wahrscheinlichkeit in ein höheres Pocketpaar zu laufen höher an. Und daher wird das Spiel unprofitabel.
Die Wahrheit sollte in der Mitte liegen. Beide Argumentationen sind nachvollziehbar. Fakt ist jedenfalls, dass mittlere und kleine Pocketpaare gerade mal mittelmäßig sind. Das liegt daran, dass man im Grunde nur mittelmäßige Gewinnchancen hat. Tritt man mit einem Paar Achten gegen verschiedene Hände wie AK, AT, KQ usw. an kommt man zu dem Ergebnis, dass man im Schnitt auf etwa 50 % Chancen kommt. Mehr als mittelmäßig ist das sicherlich nicht.

Daher stellt sich zurecht die Frage wie man mit diesen Händen spielen soll. Dies wiederum hängt hauptsächlich von den Stackgrößen ab. Im Grunde heißt das, dass mittlere und kleine Pocketpaare mit kleinen Stacks aggressiv gespielt werden können, mit tieferen Stacks aber Vorsicht die Devise sein muss.
Zum Beispiel sitzt man in einem Turnier mit 77 am Button, hat 2000 in Chips bei Blinds von 75/150 und ein Spieler raist vor einem auf 400. In diesem Fall sollte man einfach all-in gehen und das Paar mit maximaler Aggressivität spielen.
Sitzt man hingegen mit 77 am Button und hat 2000 in Chips bei einem Cash Game bei dem die Blinds 5/10 sind und ein Spieler raist auf 35, wäre es absolut falsch all-in zu gehen oder einen hohen Raise zu tätigen. Am besten callt man und schaut sich den Flop an. Trifft man die dritte Sieben kann man nur hoffen richtig Action zu bekommen. Wenn nicht hat man gerade mal 35 an Chips verschenkt.
Doch das sind zwei extreme Situationen. Es gibt auch Zwischenformen, die nicht so eindeutig sind. Nehmen wir wieder die obige Hand, jetzt aber mit einem Stack von 2000 und Blinds von 30/60. Wieder raist ein Spieler auf 150. Ein All-in wäre hier klar überzogen, du würdest 2000 setzen um 150 zu gewinnen und wirst wohl nur von einem höheren Paar gecallt werden.
Hier ist es meist besser einen Reraise zu tätigen, vor allem um mehr Informationen über die Hand des Raisers zu erhalten, um ihn zu isolieren und um die richtige Potgröße für ein All-In am Flop aufzubauen. Ein Reraise auf 500 würde dich mit 1500 zurück lassen während gute 1000 im Pot sind. Wenn der Flop kein Horrorflop wie AKQ ist, solltest du einfach all-in gehen können. Zum Beispiel ist ein Flop mit T82 kein schlechter auch wenn es zwei Overcards gibt. Denn welche Hand kann ihm hier geholfen haben mit der er vor dem Flop einen Reraise von dir callt?
Das wichtigste beim Spiel von kleinen und mittleren Pocketpaaren sind die Stacks. Es ist falsch irgendwelche Richtlinien vorzugeben wie man mit dieser oder jener Hand zu spielen hat solange man nicht gründlich die Stacks analysiert.
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